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HISTORIE

HISTORIE DES FREUNDESKREISES GKO E.V.

1999

Gründung des Vereins

2000

Mitwirkung bei der Auswahl des Chefdirigenten Markus Poschner

2001

Fräcke und Abendkleider für die Musiker*innen

2002

Erster Orchesterausflug, erste Soiree und erster Georgischer Abend mit jährlicher Wiederkehr

Erste Freundes-CD mit Aufnahmen vom GKO für alle Mitglieder

2004

„Georgische Woche“ zum 40jährigen Jubiläum des GKO

2006

Mitwirkung bei der Auswahl des neuen Chefdirigenten Ariel Zuckermann

2007

Sponsoreninitiative zur Erhöhung der Gehälter für die Musiker*innen

2008

Neue Smokings, Fräcke und Abendkleider 

Initiative „Bayerischer Staatszuschuss“ mithilfe einer Unterschriftenaktion für die Aufnahme in die staatliche Förderung

2010

Buch „Den Bogen gespannt“ als Jahresgabe für die Mitglieder

2011

Mitwirkung bei der Auswahl des neuen Chefdirigenten Lavard Skou Larsen 

Spendenaktion zur Anschaffung eines neuen Kontrabasses

Workshop „Wie gestalten wir gemeinsam die Zukunft“

2013

Vorbereitungen 50jähriges Jubiläum des GKO

Freundeskreis wird Gesellschafter der Orchester-GmbH

2014

Feier des 50jährigen Jubiläums des GKO

Mitgliederreise nach Georgien

2015

Mitgliederreise nach Györ/Ungarn zum ersten Konzert des GKO mit dem neuen Chefdirigenten Ruben Gazarian

Vertragsverhandlungen über die Zusammenarbeit des Vereins mit der neu gegründeten VeranstaltungsgGmbH,

der das GKO jetzt auch angehört

2018

Mitgliederreise nach Hamburg zum Konzert des GKO in der Elbphilharmonie

2019

Jubiläumskonzert mit Markus Poschner zum 20jährigen Bestehen des Freundeskeises

20 JAHRE „FREUNDE DES GEORGISCHEN KAMMERORCHESTERS E.V.“

Nach einem Auftritt beim von Audi gesponserten „Schleswig-Holstein Musikfestival“ beschlossen die Musiker des Georgischen Kammerorchesters mit ihrer Dirigentin und Managerin Liana Issakadse im Jahre 1990, angesichts der verworrenen politischen Lage in Georgien, zunächst nicht in ihr Heimatland zurückzukehren. Durch die Vermittlung vom damaligen Audi-PR-Chef Karl-Heinz Rumpf und dem aufgeschlossenen Oberbürgermeister Peter Schnell landete das als eines der besten Kammerorchester der Sowjetunion geltende GKO in Ingolstadt.

Eine wichtige Helferin der ersten Stunde war unser Ehrenmitglied Isolde Atzerodt. Nach einer Australien-Tournee und einer großen Konzertreise in Europa, USA und Südamerika verließ die weltbekannte Oistrach-Schülerin Frau Issakadse das Orchester, um als Solistin ungebunden tätig sein zu können. Die Orchestermitglieder kamen buchstäblich in existenzielle Bedrängnis, mussten über Privatunterrichtsstunden und Möglichkeiten bei der städtischen Musikschule ihren bescheidenen Lebensunterhalt sichern. Das Orchester war ohne Dirigenten, geregelte Probenzeiten waren fast nicht mehr möglich, die Qualität des Orchesters war gefährdet.

In dieser schwierigen Zeit entschlossen sich Friedemann und Heide Götzger, die einige Familien schon länger unterstützten, einen Förderverein zu gründen. In der Satzung des im September 1999 gegründeten Vereins steht u.a. materielle und ideelle Förderung der als gemeinnützig anerkannten „Georgisches Kammerorchester Ingolstadt Konzertgesellschaft mbH“ und des als gemeinnützig anerkannten Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt sowie die Nachwuchsförderung und die Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung des Interesses weiterer Kreise für das Orchester. Vorsitzender wurde Friedemann Götzger, Stellvertreter Eva-Maria Atzerodt und Dr. Manfred Schuhmann, die beide bis heute im Vorstand sind.

Die erste wichtige Initiative war die Ausschreibung und Mitwirkung bei der Besetzung der Stelle der künstlerischen Leitung – mit Stimmrecht des Orchesters bei der Auswahl. Der Freundeskreis mit 86 Mitgliedern konnte schon im Jahre 2000 einen Zuschuss von 8000 DM leisten. Mit Markus Poschner, dessen Wahl man als Glücksfall bezeichnen darf, wurden die Konzerte, bestückt mit weltbekannten Solisten, bald zu echten Attraktionen für die gesamte Region.

Im Jahr 2001 konnte die Bühnenwirkung des Orchesters mit neuen Fräcken und Abendkleidern im Wert von ca. 10 000 DM dem künstlerischen Anspruch gerecht werden. 2002 fand bereits der erste gemeinsame Orchesterausflug von Orchester- und Freundeskreismitgliedern statt – neben der alljährlichen Soirée und dem „Georgischen Abend“ ein beliebter Programmpunkt des Vereins. Francois Leleux (Oboist) und Lisa Batiashvili (Klavier) waren 2003 und 2004 Solisten bei den „Freundeskonzerten“. Sie sind mittlerweile ein Ehepaar und Lisa Batiashvili künstlerische Leiterin der AUDI Sommerkonzerte. Als Jahresgabe für die inzwischen 300 Mitglieder gab es jeweils eine „Freundes CD“. 2004, zum 40-jährigen Bestehen des Orchesters, veranstaltete der Freundeskreis eine „Georgische Woche“ mit Beiträgen musikalischer und literarischer Art von georgischen Persönlichkeiten. Für eine Konzertreise nach Georgien konnten dem Kulturreferenten 25 000 DM unseres Vereins zur Verfügung gestellt werden.

2006 war der Freundeskreis Mitentscheider bei der Wahl von Ariel Zuckermann zum neuen Chefdirigenten, der engen Kontakt pflegte und regelmäßig bei den Vorstandssitzungen des Vereins teilnahm.

2007 gelang es nach einer Initiative des Vereins, dass Stadt, Firmen und der Freundeskreis das Gehalt der Musiker auf € 2000 erhöhen konnten und 2008 gab es wieder neue Smokings/Fräcke und Abendkleider. Ein besonderer Erfolg war die Initiative „Staatszuschuss“ – Friedemann Götzger und Dr. Manfred Schuhmann konnten der Präsidentin des Bayerischen Landtags immerhin 4079 Unterschriften überreichen, die sich dafür aussprachen, dass das GKO in die staatliche Förderung aufgenommen wird.

2010 wurde als Jahresgabe das von Schriftführerin Christa Niklas nach vielen Interviews verfasste Büchlein „Den Bogen gespannt“ den Mitgliedern zugesandt, die dadurch viele interessante Details über alle Musiker*innen erfuhren. Ein Linienbus der INVG wurde mit Mitteln des Freundeskreises als Werbeträger des GKO gestaltet.

2011 wurde Lavard Skou Larsen als neuer Chefdirigent gewählt. Höhepunkt in diesem Jahr war die Aktion Kontrabass, bei der unsere Mitglieder in kurzer Zeit 21 920 € spendeten, um einen Kontrabass der Fa. Schult, Lübeck 1905, erstehen zu können.

An einem Workshop unter dem Motto „Wie gestalten wir gemeinsam die Zukunft“ beteiligten sich Vertreter des Freundeskreises, der erstmals gewählte dreiköpfige Orchestervorstand, Mitarbeiter des Konzertbüros und der Chefdirigent. Leider kam es dann zu offensichtlich unlösbaren Konflikten zwischen Orchester und Chefdirigent, mit Verwerfungen und Rücktritten sowohl vom langjährigen Geschäftsführer Jürgen Köhler als schließlich auch vom Vorsitzenden Friedemann Götzger. Ich weise dankend darauf hin, dass an Aufwendungen des Freundeskreises für satzungsgemäße Zwecke von 1999 bis 2012 321.063 € festgehalten werden konnten. Im DONAU KURIER lautet im September 2013 eine Überschrift im Kulturteil: „Der Hoffnungsträger Benjamin Shwartz übernimmt das kriselnde Georgische Kammerorchester“ – allerdings nur für ein Jahr als „ständiger Gastdirigent“.

Der Vorstand erarbeitete 2013 die Vorbereitungen für das 50-jährige Jubiläum des GKO, zu dem neben Botschafter aus Georgien auch Frau Issakadse und Ariel Zuckermann als Gäste zum Festabend erschienen. Der DONAU KURIER veröffentlichte zu diesem Jubiläum eine Sonderbeilage mit vielen Informationen und Fotos zu der Historie des Orchesters. Ein Stabpuppentheater georgischer Studenten, ein Sonderkonzert mit Auftritt des großartigen Ensembles „Rustavi“ waren Höhepunkte im Jubiläumsjahr und Freundeskreismitglieder unternahmen eine Reise in die landschaftlich und kulturell beeindruckende Heimat „unserer“ Georgier.

Der Verein war 2013 Gesellschafter der Orchester-GmbH geworden und 2015 wurde zum einschneidenden Jahr: Positiv war die Berufung von Ruben Gazarian als neuer Chefdirigent und gleich mit einem glanzvollen Auftritt in Györ, die ihre Konzertsaison mit unserem GKO eröffneten. Natürlich organisierte der Verein eine Mitgliederreise nach Ungarn, um das Orchester zu begleiten.

Der neue Chefdirigent und der Vorsitzende des Vereins traten öffentlich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen des GKO ein. Der Stadtrat hat nach heftigen Diskussionen eine neue Organisationsform für das GKO nach Gründung einer VeranstaltungsgGmbH beschlossen. Der Geschäftsführer dieser gGmbH ist gleichzeitig Geschäftsführer der Orchester-GmbH.

Das Ganze hatte zur Folge, dass unser Verein mit seinen Veranstaltungen nun behandelt wurde wie ein normaler Konzertveranstalter, d.h. wir zahlen seitdem die Gage für Orchester und Saalmiete bei der Stadt in voller Höhe. Eine Soirée in der Exerzierhalle kostet uns seitdem ca. 6000 €. Bei dieser „Werbeveranstaltung“ sowohl für das GKO als auch für die Stadt entwickelten wir ein neues Konzept und ließen ganz junge Nachwuchskünstler*innen – oftmals Schüler unserer Musiker – auftreten. Unser Verein wurde vom Förderverein MKK und auch vom BBK als Mitveranstalter eines Neujahrsempfangs angefragt, auch ein Hinweis auf den gestiegenen Stellenwert.

Neben schönen Georgischen Abenden – dank an unsere Musiker, die immer wieder kulinarische Spezialitäten georgischer Art vorbereiteten – waren die kulturhistorischen Orchesterausflüge der letzten Jahre bei unseren Mitgliedern und Musikern sehr beliebt: Regensburg und Wallhalla, Benediktbeuren und Franz Marc Museum, Ettal und Schloss Linderhof, Memmingen, Ottobeuren, Passau und die berühmte Bibliothek des Klosters Metten.

Ein Höhepunkt war freilich 2018 die Fahrt mit 50 Mitgliedern zum ersten Auftritt eines Kammerorchesters in der restlos ausverkauften Elbphilharmonie, bei dem unsere Musiker unter dem Dirigat von Ruben Gazarian umjubelt wurden. Und gleichsam zum 20jährigen Bestehen des Vereins und als Abschluss der Tätigkeit dieses Vorstands organisierten wir im November 2019 ein Jubiläumskonzert mit dem Dirigenten Markus Poschner. Im nahezu ausverkauften Festsaal waren in einer begeisternden Aufführung die „Linzer“ Sinfonie von Mozart und Beethovens „Eroica“ zu genießen – dazu Musik aus Georgien. Beim Festakt zur Eröffnung der neuen Stadtratsperiode im Mai 2020 wurde übrigens auf unsere Anregung auch „Suliko“ gespielt, bei dem die Besucher der Konzerte mittlerweile mitsummen. Das zeigt die gelungene Integration des Orchesters, das bereits 2014 den „Ehrenpreis für Integration“ der Regierung von Oberbayern erhielt.

Im Vorfeld dieses von den Medien vielbeachteten Ereignisses forderten sowohl der Leiter der Kulturabteilung des DONAU KURIERs, Herr Schulze-Reimpell, als auch Markus Poschner mit deutlichen Worten endlich die schon lange vom Freundeskreis vorgeschlagenen Verbesserungen einer planungssicheren Besoldung und der Probenbedingungen sowie eine klare Zukunftsperspektive umzusetzen.

Wenn nach den Corona-bedingten Einschränkungen die an sich im Frühjahr 2020 vorgesehene Mitgliederversammlung mit Neuwahlen stattfinden kann, wird von den amtierenden Vorständen keiner zur Wiederwahl antreten. Für den neuen Vorstand konnten wir zuletzt noch als Verhandlungsergebnis mit dem Kulturreferat und der Geschäftsführung der Konzert-GmbH erreichen, dass in Zukunft vom Freundeskreis wesentlich weniger für die Veranstaltungen zu bezahlen sein wird. Bei unseren treuen Mitgliedern, den Sponsoren, ehrenamtlichen Helfern und auch bei den Medien bedanken wir uns für Unterstützung und wohlwollend kritische Begleitung. Der neuen Vorstandschaft wünschen wir viel Erfolg im Sinne einer gelingenden Zukunft für „unser“ Georgisches Kammerorchester und das Musikleben in Ingolstadt.

Dr. Manfred Schuhmann, Vorsitzender

Freunde des Georgischen Kammerorchesters e.V.

Wallensteinstrasse 48

85051 Ingolstadt

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